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Verleihung des MacBride Friedenspreises am 5.12.2014

Co-Präsidenten des IPB Ingeborg Breines und Reiner Braun verliehen  am 5.12.2014 in Wien den MacBride Friedenspreis an die Menschen und die Regierung der Republik Marshallinseln für ihr couragiertes Engagement, die Welt von Atomwaffen zu befreien.

Das International Peace Bureau (Internationales Ständiges Friedensbüro) verlieh den diesjährigen Sean MacBride Friedenspreis an die Menschen und die Regierung der Republik Marshallinseln (RMI), weil sie den mutigen Gang vor den Internationalen Gerichtshof gewagt haben und die 9 nuklearwaffen-besitzenden Staaten verklagt haben, um sie zur Einhaltung des Vertrags über die Nichtverbreitung von Kernwaffen und das Völkergewohnheitsrechts zu zwingen. Die kleine Pazifikinsel hat parallel ein Gerichtsverfahren gegen die USA vor dem Bundesgericht eingeleitet. Die RMI argumentiert, dass die nuklearwaffenbesitzenden Staaten gegen ihre Verpflichtung aus Artikel VI des Vertrags über die Nichtverbreitung von Kernwaffen (NPT) verstoßen, indem sie ihre Atomwaffenarsenale kontinuierlich modernisieren und sich nicht nach Treu und Glauben für die nukleare Abrüstung einsetzen.

In der Zeit von 14:00 bis 17:30 Uhr am 5.12.2014 fand ein öffentliches Forum in Wien an der TU mit Tony de Brum (Außenminister der Marshallinseln sowie Mitankläger vor dem internationalen Gerichtshof) statt.

Videomitschnitte stehen online zur Verfügung: https://www.youtube.com/watch?v=J3zyyZ7lmy4&feature=youtu.be sowie https://www.youtube.com/watch?v=VI7TWwfatCY und unter http://vimeo.com/113848724

 

Annähernd 70 Kernwaffenversuche wurden von den USA auf den Marshallinseln von 1946 bis 1958 durchgeführt. Diese Tests führten zu dauerhaften Gesundheits- und Umweltproblemen auf den Marshallinseln. Die Erfahrung der nuklearen Verwüstung aus erster Hand und die persönliche Betroffenheit legitimieren die Inselbewohner zu diesen Klagen und machen es besonders schwierig, ihren Fall einfach zurückzuweisen. Momentan arbeitet die RMI mit aller Kraft an beiden Gerichtsverfahren, deren abschließenden Anhörungen für 2016 erwartet werden.

Eigentlich bräuchte die RMI, mit ihren ca. 53000 Einwohnern, von denen der Großteil junge Menschen sind, jede Art der Entschädigung und Unterstützung, denn nirgends zeigen sich die Auswirkungen eines militarisierten Pazifiks besser als auf den Marshallinseln. Das Land trägt die Last einer der höchsten Krebsraten in der Region, resultierend aus 12 Jahren Nukleartests der USA. Daher ist es auch umso bewundernswerter, dass die Inselbewohner tatsächlich keine Entschädigung für sich selbst einfordern, sondern entschlossen sind, die Bedrohung durch Atomwaffen für die gesamte Menschheit zu beenden.

IPB hat eine lange Kampagnentradition für Abrüstung und für das Verbot von nuklearen Waffen (www.ipb.org). Die Organisation war z.B. aktiv daran beteiligt, das Thema Atomwaffen 1996 vor den Internationalen Gerichtshof zu bringen. Das IPB erhofft sich mit der Verleihung des Sean MacBride Friedenspreises an die Menschen und die Regierung der Republik Marshallinseln, dabei zu helfen, die Aufmerksamkeit auf die verschieden Gerichtsverfahren, die diesen Fall betreffen, zu lenken. IPB hofft aufrichtig, dass die Initiative der Marshall Inseln ein deutlicher und entscheidender Schritt ist, um das atomare Wettrüsten
zu stoppen und für eine Welt ohne Atomwaffen.

IPB verleiht den MacBride Friedenspreis jedes Jahr an eine Person oder Organisation, die herausragende Arbeit für Frieden, Abrüstung und/oder Menschenrechte geleistet hat. Dies waren auch die Hauptanliegen von Sean MacBride, des angesehenen irischen Staatsmannes, der von 1968-74 Vorsitzender und von 1974-85 Präsident vom IPB war. MacBride begann
seine Kariere als ein Kämpfer gegen die britische Kolonialherrschaft, studierte Jura und bekleidete hohe Ämter in der unabhängigen Irischen Republik. 1974 erhielt er den Friedensnobelpreis. Außerdem startete er den MacBride Aufruf gegen Nuklearwaffen, welcher von über 11.000 Juristen aus der ganzen Welt unterschrieben wurde. Dies ebnete den Weg für das Projekt Weltgerichtshof (World-Court-Projekt), bei dem der Einsatz von Atomwaffen vor dem Internationalen Gerichtshof geprüft wurde.

Weitere Informationen zu den Gerichtsverfahren und der Kampagne auf
www.nuclearzero.org.


Ansprechpartner für weitere Informationen und Interviews:

 

Public Forum: The Marshall Islands’ Nuclear Zero Lawsuits


Sean McBride Prize Ceremony:
International Peace Bureau gives the prize to
Tony de Brum, Foreign Minister of the Marshall Islands


Freitag, 5.12.2014, 19.00 bis 21.00 Uhr

Ort: Festsaal der Technischen Universität Wien
Karlsplatz 13, 1040 Wien 
Sprache: englisch ohne Übersetzung. Abschnitte in deutscher Sprache
möglich. 
Anmeldung: bis spätestens 1. Dezember 2014 unter:
+43 (0)2742/214 54-12 office[@]fwu.at oder office[@]uma.or.at 
  MacBride Award Ceremony
Moderation: Ingebrog Breines (IPB)
Eröffnung: Univ.-Doz. Dr. Peter Weish, Forum Wissenschaft & Umwelt
Botschafter Dr. Erwin Kubesch, in Vertretung des Bundesministeriums für Europa, Integration und Äußeres
  Situation der Marshall Islands (Video)
Friedenspreis für die Marshall Islands: Reiner Braun, IPB Co-Präsident
Prof Dr. Judge Weeramantry, ehemaliger Vize-Präsident des Internationalen Gerichtshofes (IGH)
Laudatio: Alexander Gobel
Übergabe des Preises an die Mashall Islands an
Tony de Brum
gemeinsam mit Abacca Anjain Maddison
 Dankesworte: Tony de Brum
 Abschluss: Reiner Braun/Ingeborg Breines 
 Musikalische Umrahmung: Edda Kasamas
Buffet

Pressemeldung in englischer Sprache.

Informationsbroschüre in englischer Sprache.