Sie befinden sich hier:

Klimaschutz durch Kernenergie? Presse-Präsentation der Studienergebnisse

Der Klima- und Energiefonds und Umwelt Management Austria hatten am 13.03.2013 in Wien zur Presse-Präsentation des vom Klima- und Energiefonds geförderten Forschungsprojekts des Institutes für Sicherheits- und Risikowissenschaften der Universität für Bodenkultur eingeladen.

Ergebnisse des Projekts "Evaluation einer Hypothetischen 'NUklearen Renaissance'“ wurden durch Ao. Univ. Prof. Dr. Wolfgang Kromp sowie Prof. Dr. Reinhold Christian vorgestellt.

Hintergrund:

Österreich sieht sich auf Ebene der Europäischen Union mit Positionen konfrontiert, die in der Kernenergie einen wesentlichen Ansatzpunkt zu Klimaschutz und Reduktion der Importabhängigkeit sehen. Im Projekt Evaluation einer Hypothetischen „NUklearen Renaissance“ (EHNUR) wurde diese Position einer kritischen Analyse mit dem Ziel einer realistischen Einschätzung des Potenzials der Kernenergie unterzogen *). Ressourcenverfügbarkeit, Risikoaspekte, ökonomische und ökologische Fragen, zeitliche und mengenmäßige Machbarkeiten werden in Szenarien untersucht. Ergebnis sind Entscheidungsgrundlagen, die zu einer Versachlichung der Diskussion auf europäischer und österreichischer Ebene beitragen.

 

Pressemeldung:

Potenziale der Atomkraft weltweit eng begrenzt!

„Kernenergie ist wichtig für die langfristige Energieversorgung und trägt zum Klimaschutz wesentlich bei“ – trotz der verheerenden Katastrophe von Fukushima vor 2 Jahren werden immer wieder derartige Positionen vertreten.


Das Projekt Evaluation einer Hypothetischen „NUklearen Renaissance“ (EHNUR) des Instituts für Sicherheits- und Risikowissenschaften der Universität für Bodenkultur hat deshalb – gefördert vom Klima und Energiefonds – eine wirklichkeitsnahe Einschätzung des Potenzials der Kernenergie vorgenommen. Untersucht wurden Brennstoffverfügbarkeit, ökonomische und ökologische Fragen sowie mengenmäßige und zeitliche Machbarkeiten mit dem Ziel einer Versachlichung der Diskussion.

„Kernenergie kann zur langfristigen Stromversorgung und zum Klimaschutz kaum beitragen“ fasst Projektleiter Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Kromp das Ergebnis zusammen.

„In den nächsten Jahren ist mit einem Rückgang der Stromversorgung durch Kernenergie weltweit zu rechnen, weil viele Kernkraftwerke das Ende ihrer Lebenszeit erreichen. Ein weiterer Ausbau ist durch zahlreiche Engpässe begrenzt:

 

  • „Verfügbarkeit von KKW- Standorten
  • Verfügbarkeit des Brennstoffs
  • genehmigte Reaktordesigns
  • Fertigung schwerer Komponenten
  • Kapazität der Stromnetze
  • Fachkräfte für Produktion und Betrieb
  • Investitionsbereitschaft
  • Akzeptanz
  • politische Entscheidungen.“

Die Wirkung der begrenzenden Faktoren sei am Beispiel der Verfügbarkeit des Brennstoffs kurz erläutert:

Über die kommenden Jahrzehnte wird der Uranabbau in Minen Hauptversorgungsquelle bleiben. Wiederaufarbeitung, Abreicherung von atomwaffenfähigem Uran und Lagerreserven können hingegen nur eine untergeordnete Rolle spielen. Die bestehenden Reaktoren können vermutlich noch über die kommenden 10 bis 20 Jahre versorgt werden, bei sehr günstigen Annahmen 40 Jahre. Ein deutlicher Zubau an Reaktoren scheitert daran, dass diese vermutlich über ihre Lebensdauer von 40 Jahren nicht ausreichend mit Uran versorgt werden können. Bei ungünstiger Entwicklung könnten bereits um oder vor dem Jahr 2020 Versorgungsengpässe auftreten. Europa ist auch bei Uranressourcen importabhängig.


„Die vielen Engpässe und schwerwiegenden Probleme machen deutlich, dass Kernenergie (ganz abgesehen von Sicherheitsproblemen) keine Option für die Zukunft, auch nicht für eine Übergangsphase darstellt und Investitionen im Energieeffizienz und erneuerbare Energien der bessere Weg in eine nachhaltige Energiezukunft sind.“ so Kromp abschließend.

www.risk.boku.ac.at/EHNUR/

risk@boku.ac.at
+43(1)47654-7700